Behandlungsergebnisse

Die Heilungsaussichten beim Prostatakrebs hängen neben dem Tumorstadium von der gewählten Therapie ab. Man unterscheidet zwischen absoluter Überlebensrate und Überlebenszeit ohne Wiederansteigen des PSA-Wertes. In der Regel werden bei allen Therapieverfahren die Überlebenszeiten ohne Wiederansteigen des PSA-Wertes für die jeweiligen Erfolgsstatistiken verwendet. Synonym werden gerne die Begriffe "PSA-Progressionsfreies Überleben" oder "Biochemische Rezidivfreiheit" verwendet. Als Meßzeitpunkt werden meist 5 Jahre und 10 Jahre nach Therapie verwendet. Studien mit kürzeren Nachbeobachtungszeiten gelten als nicht ausreichend.

Die weltweit längsten Erfahrungen stammen aus dem Seattle Prostate Institute, in welchem 1987 John Blasko, Peter Grimm, John Sylvester und Haakon Radge begannen, Patienten mit Prostatakrebs mit Seeds zu behandeln.

Es liegen somit Erfahrungen von über 20 Jahren mit der Seedimplantation vor.

Die weltweit besten Ergebnisse wurden einige Jahre später von Greg Merrick publiziert. Bei einer Nachbeobachtungszeit von 8 Jahren berichtet Merrick über eine Heilungsrate von 98 % in den Patientengruppen mit niedrigem und mittlerem Progressionsrisiko und von 88 % in der Gruppe der Patienten mit hohem Progressionsrisiko.

Die Behandlungsergebnisse der Brachytherapie werden auf den folgenden Seiten für alle Patientengruppen im Vergleich zur Radikaloperation oder alleinigen externen Bestrahlung dargestellt. Da es zur Behandlung des Prostatakarzinoms keine in der Medizin sonst üblichen prospektiv randomisierten Studien gibt, wird ein vergleichende Darstellung gewählt, bei der die Ergebnisse der einzelnen Forschergruppen gegen die Zeitachse aufgetragen sind. Die Ausarbeitung erfolgte fachübergreifend durch die amerikanische Prostate Cancer Study Group.

 

 

15-Jahres-Nachbeobachtungsergebnisse aus Seattle für Patienten mit niedrigem, mittleren und hohen Progressionsrisiko
8-10 Jahres-Ergebnisse von Greg Merrick, Schiffler Cancer Center, Wheeling (West Virginia/USA) für Patienten mit niedrigem, mittleren und hohen Progressionsrisiko. Es ziegt sich kein Unterschied in den Behandlungsergebnissen zwischen Patienten mit niedrigem und mittlerem Progressionsrisiko. Die Kurven sind deckungsgleich (98% krankheitsspezifisches Überleben)