Der PSA-Test

Der PSA-Test

Wie stellt man Prostatakrebs fest?

Mit Hilfe des PSA-Wertes werden auch frühe Tumorerkrankungen erkannt, die nicht getastet werden können. Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird eine Blutprobe aus der Armvene entnommen.

Bei wiederholt erhöhten PSA-Werten im Serum sind Folgeuntersuchungen notwendig, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Meist erfolgt als nächstes eine ultraschallgestützte Stanzbiopsie der Prostata (mind. sechs, besser 10-12 Proben) durch einen Urologen.

Nach der Gewebeentnahme aus der Prostata (= Biopsie) werden die gewonnenen Proben durch einen Pathologen mikroskopisch auf das Vorliegen von bösartigem Gewebe untersucht.

Altersabhängigkeit des PSA-Werts  

Mit zunehmendem Alter nimmt die Größe der Prostata zu und führt zu einer entsprechenden Erhöhung der PSA-Konzentration im Blut. Dieses bekannte Phänomen muss bei der Beurteilung des gemessenen PSA-Wertes dementsprechend berücksichtigt werden. Die Anwendung altersspezifisch angepasster Referenzbereiche ermöglicht eine genauere Aussage in der Krebsdiagnostik bei jüngeren Männern und eine bessere Bewertung bei älteren Männern.

Freies und gebundenes PSA Es ist oft von verschiedenen Formen des PSA die Rede. So unterscheidet man zwischen freiem PSA und an Eiweiß gebundenem PSA. Diese Unterteilung beruht auf der Annahme, damit eine genauere Aussage in der Diagnostik treffen zu können. Dies ist im Einzelfall, jedoch nicht im Allgemeinen möglich.

Bei der normalen PSA-Messung wird die Summe aus beiden Teilen (Gesamt-PSA) gemessen. Bei Patienten mit einem Prostatakarzinom ist mehr gebundenes PSA im Serum nachweisbar. Aus diesem Quotienten können sich wichtige Hinweise ergeben. Dies beruht auf der Tatsache, dass das Prostatakarzinom wesentlich mehr gebundenes PSA produziert als die gesunde oder gutartig vergrößerte Prostata.

PSA-Anstiegsgeschwindigkeit

Diese Methode basiert auf der Beobachtung der Veränderungen der PSA-Werte über einen definierten Zeitraum. Ein Gramm gesundes Gewebe der Prostata erhöht den PSA-Spiegel um etwa 0,3 ng/ml, 1 Gramm Karzinomgewebe dagegen um das 10-fache. Dadurch steigt der PSA-Spiegel beim Vorliegen eines Karzinoms viel schneller an als bei einer gutartigen Prostataerkrankung.

Ein Anstieg von mehr als 0,75 ng/ml/Jahr ist – unabhängig vom Ausgangswert – ein besonders wichtiger Hinweis auf ein mögliches Prostatakarzinom. Er sollte insbesondere bei jüngeren Männern (unter 50 Jahren) zu einer weiterführenden Diagnostik führen, da bei dieser PSA-Anstiegsgeschwindigkeit in dieser Altersgruppe das Prostatakarzinomrisiko bis zu 15-fach erhöht ist. Deshalb ist es insbesondere für jüngere Männer wichtig, frühzeitig über ihren PSA-Wert informiert zu sein um einen Anstieg zu erkennen. Idealerweise sollte ein individueller PSA-Verlauf für jeden Patienten erstellt und Intervalle zwischen den Messungen in Abhängigkeit des Ausgangswertes festgelegt werden.

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