Qualitätssicherung und Nachbehandlung

Qualitätssicherung und Nachbehandlung

Nach dem Eingriff erfolgen die üblichen postoperativen Kontrollen beim mitverhandelnden Urologen und bei uns.

Qualitätssicherung durch Lagekontrolle der Seeds im CT

Nach etwa 4 Wochen wird bei jedem Patienten eine computertomographische Lagekontrolle aller Seeds durchgeführt. Diese Bilder lesen unsere Medizinphysiker in den Bestrahlungsplanungsrechner ein und kontrollieren damit die Dosisverteilung.

Falls es zu einer relevanten Unterdosierung in einzelnen Bereichen der Prostata kommt, besteht die Möglichkeit, in einem zweiten kurzen Eingriff von ca. 20 Minuten Dauer einige, meist wenige, Seeds nachzusetzen. 4 Wochen später erfolgt eine erneute, bisher immer zu unserer Zufriedenheit ausfallende computertomographische Kontrolle. Relevante Nebenwirkungen werden durch den erneuten Eingriff, der statistisch bei etwa 2% der Patienten erfolgt, in der Regel nicht ausgelöst.

 

Die weitere onkologische Qualitätssicherung (Nachsorge) erfolgt beim mitbehandelnden Urologen.

In gewissen Abständen erfolgt eine zusätzliche, von der Strahlenschutzverordnung vorgeschriebene, Mitbeurteilung durch uns.

Wir führen regelmäßig Auswertungen bzgl. PSA-Verlauf und Nebenwirkungsprofil aus und können dadurch unsere Behandlungstechnik fortlaufend verbessern.

Besonderheiten der Nachsorge und Tumorrezidive

Sollte es im Verlauf der Nachsorge zu einem Anstieg des PSA-Wertes kommen, ist dies meist vorübergehend im Sinne entzündlicher Reaktionen der Prostata (PSA-Bounce) der Fall und bedarf keiner weiteren Behandlung. Ein PSA-Bounce tritt meistens nach 1-2 Jahren auf, dauert 6-12 Monate, danach fällt der PSA-Wert wieder ab. Statistisch hat ein PSA-Bounce keinerlei negative Auswirkung auf die langfristige Heilung.

Kommt es dennoch (selten) zu einem tumorbedingten Wiederanstieg des PSA-Wertes, muss zunächst mittels geeigneter diagnostischer Maßnahmen herausgefunden werden, ob es sich um ein lokales Tumorrezidiv (in der Prostata) handelt oder es sich um verzögert in Erscheinung tretende Lymphknotenmetastasen oder Fernmetastasen handelt. Geeignete Maßnahme umfassen u.a. die Knochenszintigraphie, ein PET/CT, ein MRT und eine erneute Prostatabiopsie.

Sollte sich dabei ein lokales Rezidiv in der Prostata bestätigen, so ist zu überlegen, wie die weitere Behandlung aussieht. Möglich sind je nach Situation eine erneute Seedimplantation, eine externe Bestrahlung, eine Hormontherapie oder vor allem auch eine sekundäre (Salvage)-Radikaloperation der Prostata, welche zu überraschend guten Sekundärergebnissen zu führen scheint.

Die Betreuung von Patienten mit PSA-Bounce oder dem Verdacht auf ein Tumorrezidiv sollte zur Ausschöpfung aller diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, aber auch zur Vermeidung überflüssiger Maßnahmen, immer in Zusammenarbeit mit dem primär behandelndem Ärzeteteam erfolgen.

 


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