Bildgebung (Ultraschall, MRT, PET/CT)

Bildgebung (Ultraschall, MRT, PET/CT)

Nur unter bestimmten Umständen sind gem. Ausführungen der S3-Leitlinie und des dazugehörigen Patientenratgebers weiterführende Untersuchungen sinnvoll.

• Wenn die Untersuchung der Gewebeprobe einen Gleason-Score von 8 oder mehr ergeben hat, oder wenn es sich um einen Tumor der Kategorie cT3/4 handelt (deutlich tastbarer Tumor mit Überschreiten der Kapsel), sollte vor der Entscheidung über die weitere Behandlung eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckenbereichs gemacht werden, oder, falls diese nicht verfügbar ist, eine Computertomographie (CT). Dann ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass erste Tumorzellen bereits die Lymphknoten besiedelt haben. Mit MRT oder CT können vergrößerte Lymphknoten erkannt werden. Dies kann ein Hinweis auf Lymphknotenmetastasen sein. Eine Lymphknotenvergrößerung kann aber auch andere Ursachen haben.

• Bei einem PSA-Wert von 10 ng/ml oder darüber, einem Gleason-Score 8 oder mehr oder bei einem Tumor der Kategorie cT3/4, soll eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Bei diesen diagnostischen Werten ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Tumor bereits gestreut hat. Wenn ein Prostatakarzinom streut, siedeln sich Metastasen in den Knochen an. Mit einer Skelettszintigraphie wird ein erhöhter Stoffwechsel im Knochen nachgewiesen. Das kann ein Hinweis auf Metastasen sein, aber auch andere Ursachen haben.

Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomographie genannt) 

3-Teslar-MRT der ProstataDas Ergebnis der Magnetresonanztomographie ist vergleichbar mit dem der Computertomographie: Es entsteht ein räumliches Bild vom untersuchten Bereich. Bei der MRT werden keine Röntgenstrahlen benutzt sondern starke magnetische Felder. Die Untersuchung ist schmerzlos, aber laut. Das starke Magnetfeld kann Herzschrittmacher, Insulinpumpen oder Nervenstimulatoren beeinflussen. Träger von Herzschrittmachern, Gelenkprothesen oder Ähnlichem, sollten dies dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen, gleiches gilt für Patienten mit Granatsplittern.

 

 

Computertomographie (CT) 

Bei der Computertomographie wird der untersuchte Bereich aus verschiedenen Richtungen geröntgt. Ein Computer verarbeitet die hier entstehenden Informationen und erzeugt ein räumliches Bild vom untersuchten Organ. Diese Untersuchung ist schmerzlos, aber mit einer Strahlenbelastung verbunden. Der Patient wird für die Aufnahme in eine enge Röhre geschoben. Diese Beengtheit wird manchmal als unangenehm empfunden.

Skelettszintigraphie 

Bei der Skelettszintigraphie wird dem Patienten zunächst eine schwach radioaktive Substanz in eine Armvene gespritzt. Diese Substanz lagert sich in den Knochenzellen an. Krebszellen haben einen stärkeren Stoffwechsel als normale Knochenzellen und nehmen deswegen vermehrt radioaktive Substanz auf. Nach einer Wartezeit von zwei bis fünf Stunden wird mit einer speziellen Kamera eine Aufnahme des gesamten Körpers gemacht. Diese Aufnahme dauert etwa 30 Minuten. Die radioaktiven Einlagerungen im Knochengewebe erscheinen dann je nach Technik heller oder dunkler. Allerdings können verstärkte Einlagerungen auch andere Ursachen haben (etwa eine Entzündung oder degenerative Gelenkerkrankung).

Transrektaler Ultraschall (TRUS, ANNA, Elastographie, Histoscanning, Farbdoppler)

Im Gegensatz zu den vorgenannten Verfahren, welche in der Regel durch Nuklearmediziner oder Radiologen durchgeführt werden, liegen die verschiedenen Formen des transreaktalen Ultraschalls in den Händen der urologischen Fachärzte oder der ausgewiesenen Brachytherapiespezialisten aller Fachrichtungen. Grundlage aller Weiterentwicklungen ist immer der sog. Graustufenultraschall. Durch ihn kann nicht nur Form und Größe der Prostata genau bestimmt werden, auch Tumoren können durch ihre abweichende Echobildung ab einer bestimmten Größe und Aggressivität erkannt werden.

Verschiedene Weiterentwicklungen des Graustufenscans sind bekannt. Die sog. ANNA-analyse führt direkt aus den Graustufenbildern eine weitergehende Computeranalyse durch. Bei der Elastographie werden unterschiedliche Härtegrade des untersuchten Gewebes in Farbbilder umgesetzt. Im sog. Histoscanning werden aus den Rohdaten des Ultraschalls werden in einem diagnostisch aufwendigen Verfahren tumorverdächtige Gewebsveränderungen farblich markiert dargestellt.

Eine der zuverlässigsten Techniken ist die konventionelle Farbdoppleruntersuchung, bei der sich vor allem vom Tumor gebildete pathologische Gefäße darstellen lassen und die somit – zumindest orientierend – eine Überprüfung der Tumoragressivität möglich macht.

PET/CT mit PSMA Antikörpern (Positronenemissionstomographie)

Eine mittlerweile sehr gute Methode zur Detektion und Lokalisation eines Prostatakrebses ist die sog. PET/CT-Untersuchung, die ähnlich wie die Knochenszintigraphie mithilfe eines radioaktiven Pharmakons durchgeführt wird. Am sichersten erfolgt die Untersuchung mit radioaktiv markiertem PSMA-Gallium (früher C-11-Cholin oder F-18-Cholin), was bislang nur an wenigen Kliniken möglich ist. Hierdurch lassen sich lokale Tumoren genauso erkennen wie Rezidive, Absiedlungen in die Lymphknoten oder Fernmetastasen. Die Gesetzlichen Kassen übernehmen die Kosten hierfür bislang nicht.

 

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