Bösartige Erkrankungen

Bösartige Erkrankungen

Die vierte Säule der Krebstherapie

Die Hyperthermie wird daher inzwischen von der Deutschen Krebshilfe als „vierte Säule“ in der Krebstherapie neben der Operation, der Chemotherapie und der Bestrahlung angesehen.

Durch die Hyperthermie wird das Tumorgewebe  erwärmt. Gesundes Gewebe wird durch die Hitze nicht geschädigt. Die erzielten hohen Temperaturen   wirken zellabtötend auf die Tumorzelle. Durch eine gezielte Erwärmung der Tumorzellen kommt es in der Tumorzelle zu einer Sauerstoffarmut. Die Folge ist eine langsame Nährstoffverarmung in der Tumorzelle, deren Untergang auf diese Weise eingeleitet wird.

Außerdem entstehen im Tumorgewebe so genannte Hitzeschockproteine, das sind Eiweißstoffe, die das Immunsystem aktivieren. Die körpereigene Abwehr sendet nun Fress- und Killerzellen aus, um den Tumor anzugreifen.

Die wichtigste Funktion der Überwärmung liegt jedoch in einer signifikant verbesserten Wirkung der Chemo- oder Strahlentherapie. Durch die Hitze werden auch schlecht durchblutete Bereiche eines Tumors erreicht, die sich sonst einer Behandlung widersetzen.

In Versuchen wurde gezeigt, dass Temperaturen von mindestens 42,5 bis 43 Grad Celsius über einen Zeitraum von etwa 40 bis 60 Minuten nötig sind, um Krebszellen direkt abzutöten. Bei niedrigeren Temperaturen sind längere Behandlungszeiten nötig.

Strahlentherapie und Überwärmung

Die Gefäße innerhalb von Tumoren sind oft weniger geordnet angelegt, als dies in gesundem Gewebe der Fall ist. Als Folge finden sich in Tumoren oft Bereiche, die schlecht mit Sauerstoff versorgt sind. Krebszellen aus diesem Umfeld sind meist wenig anfällig für Strahlentherapie, reagieren aber vergleichsweise empfindlich auf Überwärmung. Diesen Effekt – schlechte Reaktion auf Bestrahlung, große Empfindlichkeit gegenüber Wärme – hat man zudem in bestimmten Phasen der Zellteilung beobachtet. Durch die Verbindung von Hyperthermie und Bestrahlung soll erreicht werden, dass die Zellen, die nicht durch die Strahlentherapie geschädigt werden, durch die Hitze angegriffen werden. Auch verbessert die Hyperthermie die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung, was den Effekt einer Strahlentherapie ebenfalls verstärkt.

Zudem sinkt durch die Hyperthermie die zelleigene Reparaturrate der Strahlenschäden am Tumorgewebe. Die Zellen sind also nicht mehr oder nur in geringerem Maß in der Lage, die Schäden der Bestrahlung zu reparieren und sterben ab. Um dies zu erreichen, reichen Temperaturen zwischen 40 und 42 Grad Celsius aus.

Chemotherapie: Bessere Anschwemmung von Zytostatika

Durch die erhöhten Temperaturen weiten sich die Blutgefäße, was bei einer Chemotherapie zu einer stärkeren Durchblutung des Tumorgewebes und zu einer besseren Anschwemmung von Zytostatika (Chemotherapie-Medikamente) im Tumor führt. Dadurch gelangen auch in ursprünglich schlecht durchblutete Tumorbezirke, zum Beispiel ins Innere sehr großer Tumoren, höhere Zytostatika-Mengen. So kann die Wirkung von Chemotherapie-Medikamenten auf Zellen, die unter normalen Temperaturen nur schlecht auf die Behandlung ansprechen, verbessert werden. Zudem nehmen die Zellen bei Hitze durch ihren beschleunigten Stoffwechsel mehr Zytostatika auf.

Hitzeschockproteine: Signal für das Immunsystem

Bei lang andauernder und/oder wiederholter Hyperthermiebehandlung bilden Zellen in Temperaturbereichen von etwa 41 bis 43 Grad Celsius sogenannte Hitzeschockproteine (HSP), auch Stresseiweiße genannt. Diese Proteine sind Signale für die körpereigenen Killerzellen des Immunsystems, die “angeschlagenen” Zellen zu zerstören.

In unserer Praxis für Hyperthermie bieten wir als einen Bestandteil der ganzheitlichen Krebstherapie die moderate Ganzkörper-Hyperthermie an. Hierbei wird meist in Verbindung mit einer Mistelinfusion der Patient im Hyperthermiegerät auf etwa 39°C erwärmt. Diese Temperatur wird über einen längeren Zeitraum gehalten, um die Stimulation möglichst effektiv zu gestalten. Dieses Temperaturspektrum kann der Patient gut ohne Narkotika aushalten. Aus unserer ganzheitlich-naturheilkundlichen Sicht halten wir Hyperthermieanwendungen über 39,5°C mit bis zu 42°C nicht mehr für “natürlich”. Diese werden meist auch nur unter starker Sedierung der Patienten angewandt und passen daher nicht in unser Behandlungskonzept.

Kleine Nebenwirkungen wie etwa Kopfschmerzen oder kurze Kreislaufschwäche sind nach der Anwendung schnell wieder verschwunden und die Patienten fühlen sich rundum wie “neu geboren”. Eine physische und psychische Stabilisierung kann nach einem Hyperthermiezyklus von ca. 6-8 Anwendungen beobachtet werden.

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